Mississippi River

Mississippi River

I.

Der Dreck bleibt im Müll hängen
über vier Lidern schwer ein Ast
mit kehlen Zähnen und doppelnden Drink
wirft sich das Drüber um dem Schlag auszuweichen
einen Bananenkorb auf die Theken

Der Jazzfaden wird von einem Kind zerrupft
leiser Verdacht stillt Ahnung
weißgelbgrauer Schorf am Ellbogenrand
vom vielen Stützen auf die Reling

Voll Wut brüllen sie er beide auf den Hocker
militärschnittbebrillt wie er dahockt
Grauswurf vorm Abspeicheln

Laut flüstern sich die Rockschneiden
durch die Gehör-Gang in verfranzte Gehirne
und rufen dort mit verrannten Ohren nach
einem Pflaster, einem Schmerzmittler, Eimern.

Und der Fluss dampft
als sei er aus brünftigem Fell.

II.

Wildbach springt wie ein kalter Schub aus dem Leichenberg
Kiesel, Stein und Geröll setzen sich auf das Moos
haben alles gut verpachtet, ihren Anteil am Wasser

Flut steigt, Gischt spritzt, Salz pökelt, Reißwolfmasken
schwemmen am Ufer auf, gedunsen vom
Jahrhundert der Fluten und der Ebben
Kann man das so stehenlassen, fragt das Wasser,
und nimmt es mit.

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