Schreibmüll

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Man setzt sich, die Musikanten geben den Takt vor, sehr ordentlich machen sie das, geradezu tadellose Führung, leise sich gegenseitig umschmeichelnde Noten, viel Luft und Leere, Erinnerung an die ersten Farbfernseher-Farben, das übergelbe Gelb, das nuklear gleißende Grün, das pausbackenapfelrote Rot auf der wie Zuckerglasur glänzenden Oberfläche eines alten Ford Mustang, amerikanisches Werbefernsehen war noch nie so cool wie heute, dank Mad Men, dank Jon Hamm, der es erstaunlicherweise noch nicht zu einer Zweitkarriere als Wichsfantasie homosexueller Studenten geschafft hat, wird noch nicht von Studenten angehimmelt, die in ihm so ne kranke Art von Vaterkomplex besänftigen wollen, was weiß ich, diese jämmerlich langweilige Art von Studenten, die Serien natürlich und ohne jeden Zweifel mit englischer Originalsynchronisation gucken müssen, also bitte, schnauben sie echauffiert, alles andere ist echt Unterschicht, Studenten, die entweder keinen Fernseher oder keine Tageszeitung mehr haben, nicht wegen GEZ und nicht wegen öder Presselandschaft, sondern weil es ihnen die feinen Herren Blogger aus den Weiten des Internets so vorleben, für so was möchte ich doch keine Gebühren zahlen, mecker, mecker, mecker – alle Studenten, die so drauf sind, haben bloß das Konzept des Fernsehens nicht verstanden: dass man wegschalten kann, dass Volksmusik nur eine Komponente ist, worüber schreib ich hier eigentlich, ist es etwa das, was mir unter den Nägeln brennt, das, von dem ich denke, dass ich es unbedingt herausposaunt haben möchte, so stark posaunt wie damals bloß in Jericho mit den einstürzenden Altbauten, hahaha, Insider, haha, naja, fast, bitte keine Satzzeichen außer Kommata, sonst ist’s nicht so wagemutig und experimentell, Punkte könnten dazu führen, dass der Leser eine Pause macht und Pausen soll es beim Lesen nicht geben heute nicht mehr nie mehr auch Kommata führen zu Pausen schalte den Sinn ab lass dein Auge gleiten dieses seltsame Gefühl wenn man beim Lesen gedankenverloren an was anderes denkt und sich ablenken lässt und die Augen zwar weiterlesen aber der Sinn ganz woanders ist sich mit was ganz Anderem beschäftigt und so muss man zurückblättern und alles noch mal lesen ab da wo der Sinn noch beim geschriebenen Wort war und nicht bei irgendwelchen uralten Urlaubserinnerungen du und deine Schwester an der Nordsee aufkeimende Wellen einstürzende Sandbauten träge Wolken sonst nichts aber wer braucht schon mehr außer dann und wann die Gewissheit dass man geliebt wird haha was für ein Standardsprüchlein da hätte man gern mit mehr rechnen können auf jeden Fall bitte nicht mehr mit Anstrengung lesen Hirn aus Augen auf Zeile um Zeile verstreichen lassen nicht im Nachhinein Kommata oder gar Sätze Absätze Kapitel einfügen alles verstreichen lassen denn Literatur ist wie Zeit nichts kommt wieder Literatur ist keine ewige Wiederkehr wer redet so einen erbärmlichen Schwachsinn wer erlaubt sich sowas bitte nie mehr etwas glauben nie mehr anfangen zu akzeptieren nie mehr tolerant sein nie mehr nicken nie mehr pausieren oder großbuchstaben schreiben.

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