Und ein toter Hund

so
gestern
um neun
beim krimi
hörte ich was
auf der treppe
und ich wollte
nach draußen
gehen und dort
nachschauen ob
es nur sowas war
wie ein zufall, unfall.
doch dann bemerkte
ich wie sich hinter mir
etwas regte und intuitiv
riss ich den kopf herum
und rief „aha!“ und sagte
„das ist ja mal seltsam!!!“
denn dort hinter mir war nur
ein kleiner apparat, der bloß
knarzte und pumpte und dann
sagte ich mir, dass das wie in
einem traum sei und sowas so
spektakuläres ich noch nie gesehn
habe und ich sagte die wahrheit, ja.
letztendlich gewöhnte ich mich an den
zischenden und rumpelnden und öfters
schrill pfeifenden apparat, von dem meine
Mutter sagte, es erinnere sie an ihre jugend,
doch ihre jugend war mir fremd. und das sagte
ich ihr dann auch und sie sah mich an und ich
sah sie an und dann schauten wir beide nach
draußen, und sehen, wie der nachbar den hund
erschoss und da begann der apparat wie wild zu
sausen, zu pfeifen, zu rumpeln, zu grummeln, zu
zischen, zu knarzen, zu pumpen, zu pulsieren, zu
ächzen, zu stöhnen, zu kreischen, zu dröhnen, zu
trillern, zu keifen, zu tösen, zu hyperventilieren sogar
und der nachbar drehte sich zu uns um und fragte uns ob
wir damit ein problem hätten, dass er seinen hund tötet
und wir sagten: „Nein, nein!“ und „War ja schließlich Ihr
Hund!“ und wir lächelten fröhlich, obwohl ich den hund ja
immer ganz gerne mochte und ich es ganz schön gemein
vom nachbar fand, dass er ihn in unseren garten tötet, direkt
vor den rosen und das blut besudelte den ganzen Garten und da
fragte ich den Nachbar, welcher voll Blut über der Hundeleiche stand:
„warum ermorden Sie Ihren hund? der war doch noch ganz gesund
und hat niemandem etwas getan!“, und dann stapfte der nachbar mit
seinen gummistiefeln auf die haustür zu, brüllte „Halte dich da raus, du
Zwerg!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!“
und der apparat, welcher immer noch bis dato gedröhnt und gerauscht hatte,
verstummte urplötzlich und eine seltsame stille herrschte im raum. der
nachbar schaute sich den apparat lange an, schaute uns dann mit angst
im blick an und verschwand schnell im nachbarshaus und dann fing das ding
wieder an zu brummen und, um dem lärm zu entgehen, gingen meine mutter
und ich in den garten und sahen das blut, welches von den rosendornen tropfte.

„Dies ist kein autobiographisches Gedicht.“

2009.

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